Auszug aus einer Detektivgeschichte

Das rostige Gartentor quietschte in den Angeln, als ich es öffnete und einen Schritt nach draußen wagte. Als würde das Moor mich hören, zog Nebel auf, sobald das Tor hinter mir zufiel. Eine Gänsehaut überzog meine nackten Oberarme und ich krempelte mein Hemd hinunter. Die gefallenen Herbstblätter knirschten unter meinen Schuhen. Mit der Pfeife im Mundwinkel und den Händen tief in den Hosentaschen traute ich mich tiefer in den Nebel hinein. In der Ferne heulte ein Wolf. Oder war es ein Hund? Ich paffte ein paar Rauchringe, die meiner Sicht nicht gerade halfen, aber mich beruhigten. Das Knacken eines Astes. Ich machte eine Hundertachtzig-Grad-Drehung und sah, wie ein Hase aus dem Gebüsch raste. Sein Maul war schaumig und er zuckte am ganzen Körper. Aus der Richtung, aus der der Hase gesprungen war, drang ein tiefes Grollen zu mir.
Ich drehte mich um und rannte. Schritt. Einatmen. Schritt. Ausatmen. Ich rannte. Und rannte. Und rannte. Meine Beine waren wie taub. Meine Seite stach. Hinter mir ein Heulen. Kurze Pause. Weiterrennen. Das Heulen brach ab. Das Heulen ging weiter. Ich stolperte. Rappelte mich wieder auf. Machte zwei Schritte. Wurde zu Boden gerissen. Jemand saß auf mir, der Atem in meinem Nacken. Eine tiefe Stimme lachte, und ich wuchtete mich auf den Rücken. Sein Gesicht lag im Schatten, aber ich konnte zwei Messer aufblitzen sehen. Ich merkte gar nicht, dass es angefangen hatte zu regnen. Das Wasser tröpfelte in meine Augen und machte mich halb blind. Ich schüttelte meinen Kopf, um das Wasser herauszubekommen, und als ich den Mann wieder anschaute, erhellte ein Blitz sein Gesicht. Es war Dr. Mortimer. […]

the young lessings zu Besuch im Lessingzoo

Die Sache mit der Brille

Not am Berg

Eine Kurzgeschichte von Maya Kaburidis aus der Klasse 3D (Gastbeitrag)

„Lass mich doch mal in Ruhe“, stöhnte ich und drehte mich zu Markus um. „Kommt nicht in Frage“, gab der zurück. „Du weißt genau, was Mama und Papa mit mir machen, wenn dir etwas passiert.“ Ich seufzte. Mein Bruder war manchmal so eine Nervensäge. Denkt wohl, bloß, weil er drei Jahre älter ist, könnte er über mich bestimmen. Wut loderte wie eine Flamme in mir auf. „Du traust mir überhaupt nichts zu! Lass mich doch einfach in Frieden!“ Von meinem plötzlichen Zorn überrascht, wich Markus zurück, was es mir ermöglichte, an ihm vorbeizuschlüpfen und im Wald zu verschwinden. Ich rannte, bis meine Lunge zu platzen drohte.

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